*** 11.09 - 12.09.2010, Tag des offenen Denkmals im Mittelalterhaus Nienover, Aufbau ist Samstag ab 17.00 Uhr, Markt ist Sonntag von 10.00 - 18.00 Uhr ***
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Die Entstehung der Groner Kriegsknappen

Hallo liebe Besucher, es ist schön euch hier zu erblicken. Zuerst einmal möchte ich mich vorstellen, mein Name ist Chronistus Schreiberling und ich bin über 900 Jahre alt, nun ist es an der Zeit mich zur Ruhe zu setzen, doch vorher möchte ich euch eine Geschichte erzählen wie sie sich vor langer Zeit zugetragen hat.

Es geschah im Jahre des Herren 1249, der 5. Kreuzzug den der römisch-deutsche Kaiser Friedrich II. gegen Jerusalem führte war seit knapp 20 Jahren vorbei. Noch immer waren nicht alle Helden nach Hause gekommen, so wie unser Held in der Geschichte. Unser Hauptmann war zusammen mit seinem Herren seit Jahren auf dem Rückweg als den beiden das Schicksal ereilte.

Der Ritter erkrankte an der Weser an der Ruhr und hinterließ sein gesamtes Hab und Gut dem Hauptmann.
( An dieser Stelle sei erwähnt das sein Hab und Gut nur aus dem Bestand was der Ritter an sich trug. )
Der Hauptmann nahm alles mit, bis auf die Hose, die ließ er aus Pietät oder vielleicht auch aus anderen Gründen seinem dahingeschiedenen Herrn.

Nun streifte der arme Kerl allein durch das Land, aber das sollte nicht lange so bleiben. Er begegnete einem ebenso einsamen Knappen namens Grauer Wolf. Das war natürlich nur ein Pseudonym, aber der wahre Name sollte geheim bleiben, sozusagen Top Secret. Die Beiden beschlossen, von nun an zusammenzubleiben.

Sie heuerten noch zwei weitere Einsame an und gründeten bei einem Zechgelage die "Groner Kriegsknappen".

( Die Urkunde lässt sich vergrössern )

Da saßen sie nun, vier Helden, bereit die Welt aus den Angeln zu heben. Aber wie im richtigen Leben stellte sich auch hier alsbald heraus, das zwei nicht für das Leben eines umherziehenden Söldners geeignet waren. Sie wollten doch tatsächlich sesshaft werden, einen Beruf ausüben und eine Familie haben...! So blieben nur der Hauptmann und der graue Wolf übrig, die sich dem Leben als Kriegsknappe verschrieben.

Sie zogen von Markt zu Markt, immer auf der Suche nach neuen Mitstreitern. Alsbald stießen sie auf einen Schneider, der war zwar nicht als Söldner geeignet, war aber in der Lage, unsere Helden einzukleiden. Er wurde in die Truppe aufgenommen und war von nun an stolz, dass er dazugehörte.

Auch der nach langer Zeit wiedergefundene Vater des Hauptmanns wollte mitziehen, er nahm sein kleines Gewerbe und folgte seinem Sohn. Die Zeit verging, unsere Helden schlugen sich mehr schlecht als recht durch und mussten ihren Lebensunterhalt mit Wache schieben verdienen.

In einem kleinen Ort an der Weser sah es bereits aus, als wäre das Leben als Söldner vorüber, da schlug das Schicksal ein zweites mal unerwartet zu. Eine Frau interessierte sich für das Leben der Knappen, sie fragte nach dem woher und wohin und schien tatsächlich eine geeignete Kandidatin für niedrige Arbeiten zu sein. Rasch wurde man sich handelseinig und von nun an hatten die Knappen jemanden, der sie umsorgte. Das Essen beschaffte, kochte und kleine Wehwehchen liebevoll heilte. Es war, als ginge es nun endlich aufwärts.

Die Frau hatte unsere Helden ein wenig im Unklaren gelassen, hatte sie doch verschwiegen, dass sie viele Kinder hatte. Da standen sie nun vor dem Hauptmann, vier junge Männer im besten Knappenalter, allerdings jämmerlich abgerissen und ausgehungert. Was sollte aus ihnen werden, wenn sie zurück bleiben müssten? Der Hauptmann warf dem grauen Wolf einen verzweifelten Blick zu, aber der zuckte nur mit den Schultern. Jetzt war guter Rat teuer, sollte man auf die Küchenfrau verzichten oder lieber die ganze Bagage mitnehmen?

Der Hauptmann ließ sich von den großen Augen der hungrigen Knaben erweichen. Sollten sie eben mitkommen, dann würde die Suppe eben etwas dünner werden und vielleicht könnte man sie ja auch zu nutzbringenden Arbeiten einsetzen. Die Erleichterung war nicht zu beschreiben, endlich ging das Abenteuer los.

Rasch erwies sich, das die jungen Leute durchaus zu etwas Nutze waren, einer wurde zum Leibwächter ausgebildet, die anderen konnte man jederzeit zum Holz sammeln schicken und als Wache waren alle unschlagbar.

Leider sprach sich das alles schnell herum und so sammelten sich immer wieder heimatlose Gestalten vor dem Zelt des Hauptmanns. Der fügte sich in sein Schicksal und nahm alle bei sich auf. Bald schon mussten neue Zelte angeschafft werden, neue Lagermöglichkeiten wurden erstellt und die ganze Bande zog fröhlich lärmend durch die Lande. Was hatten sie es doch jetzt gut, essen und trinken satt, ein Dach über den Kopf und immer war jemand da, mit dem man raufen konnte.

Alle waren glücklich! Nur der Hauptmann nicht, er hatte einen Traum, der für ihn noch immer unerfüllt geblieben war.

Bereits den Rückmarsch aus Jerusalem hatte der Hauptmann nur mithilfe eines Traumes überstehen können, er träumte von einer eigenen Trosshure. Nicht, dass er zu der Zeit bereits einen Tross besessen hätte, aber es war nun mal sein liebster Traum. Was könnte er mit ihr alles anfangen! Eine hübsche, willige Frau, die ihm das Lager anwärmt, die Stiefel auszieht, seinen Wams wäscht, eine die lieb und nett zu ihm wäre, eine die ihm immer zu Willen ist........... Ach, sollte das für immer ein Traum bleiben? Jetzt aber befehligte er eine eigene Söldnertruppe, da müsste die Erfüllung des sehnlichsten Traumes doch wohl möglich sein. Nun, es sollte noch eine Weile dauern bis sich eine junge Schönheit in sein Lager verirrte.

Eines Tages jedoch tauchte während eines Marktes eine junge hübsche Frau auf, die dem Hauptmann geradezu ins Auge stach. Sie hatte Kurven an der richtigen Stelle, war nicht zimperlich und schien auch sonst ganz zugänglich zu sein. Der Hauptmann sprach sie an, versprach ihr den Himmel auf Erden und sie willigte tatsächlich ein.

Nun schien sich sein Traum zu erfüllen, allerdings war die Trosshure nicht ganz so einfach zu handhaben, wie es sich der Hauptmann vorgestellt hatte. Diese Frau war frech, sehr frech, eigentlich sogar rotzfrech. Sie hatte sogar eine eigene Meinung und die war nicht immer die gleiche wie die des Hautmanns, kurz gesagt, er hatte es jetzt noch schwerer als vorher. Sie verlangte Schmuck, neue Kleider, gutes Essen und immer genügend Met von ihm, so dass er ständig am arbeiten war. Kam er nachts zurück in sein Zelt, war er so müde, dass er vor dem Bett zu Boden sank und auf der Stelle einschlief.

Das passte der Trosshure nun aber auch wieder nicht, sie war eine junge Frau, die auch noch andere Bedürfnisse hatte. In einer freien Stunde berieten sich die beiden und beschlossen, dass sie ihre Gunst auch anderen gewähren durfte. Mit vereinten Kräften wurde die Trosshurengebührenordnung erarbeitet und nun ging es beiden wieder richtig gut. Der Hauptmann hatte seine eigene Trosshure und sie konnte sich nach Herzenslust vergnügen und bekam dafür auch noch Sold. Das Geschäft begann zu blühen, ein weiteres Zelt wurde angeschafft und der Bekanntheitsgrad der Knappentruppe wuchs ständig.

( Die Urkunde lässt sich vergrössern )


Während der langen Wanderungen kam hin und wieder doch schon mal Unmut auf. Die Knappen waren durchweg im besten Mannesalter und die Trosshure brachte sie auf mancherlei Ideen. Um Abhilfe zu schaffen beschlossen der Hauptmann und der Sergeant Grauer Wolf, dass es mal wieder an der Zeit sei ein Kloster zu brandschatzen. Der Sergeant warnte zwar vor den Folgen, aber das störte niemanden.

Die Trosshure wurde als frommes Mädchen verkleidet und bat in dieser Rolle um ein Nachtlager bei den frommen Frauen. Als alle schliefen öffnete sie heimlich die Klostertür und ließ; die Knappen ein.

Die staunten nicht schlecht über die Schätze, die hinter den Klostermauern verborgen waren. Wie sollten sie die nur alle beiseite schaffen? Und dann waren da ja noch die hübschen Schwestern...............! Die waren ganz begeistert von den knackigen Mannsbildern und mehr als angetan, sich auf ein Schäferstündchen einzulassen.

Leider musste der schöne Plan vorzeitig aufgegeben werden, der Sergeant hatte etwas verwechselt und bereits mit dem brandschatzen begonnen ehe auch nur einer der Knappen mit dem schänden angefangen hatte. Fluchtartig verließen unsere Helden das Kloster und merkten erst später, dass der jüngste Knappe fehlte. Jetzt war guter Rat teuer, wollte man sich nicht mit der Küchenfrau anlegen, musste der Jüngling wieder her.

Sie schlichen zurück und fanden ihn tatsächlich in unmittelbarer Nähe der qualmenden Ruine. Aber wie sah der blos aus, völlig verwahrlost, zerkratzt und mit verquollenen Augen. Besorgt fragten sie ihn aus und nach einigem Zögern erzählte er ihnen was geschehen war.

Während des Rückzugs war er der 70 jährigen Mutter Oberin in die Hände gefallen, die ihn nicht wieder gehen lassen wollte. Sie rannte ihm hinterher und schrie immer wieder: "Mehr, mehr, ich auch, ich auch!" Bei seinem Hauptmann hatte der Junge Gehorsam gelernt und so fügte er sich dann auch den Wünschen der Frau, nicht ahnend, dass sie so anpruchsvoll sein würde.

Ein Entkommen schien unmöglich, doch glücklicherweise stürzte der brennende Dachstuhl ein, so dass Mutter Oberin für einen Moment abgelenkt war. Diesen Augenblick nutzte er für seine Flucht und schwor sich, nie wieder ein Frauenkloster zu betreten, lieber einmal in der Woche Schrankdienst, als noch einmal so etwas erleben zu müssen!.

Zu jener Zeit war die Wirtschaftlage ähnlich schlecht wie heute, es war schwer, eine so große Schar von Knappen durchzufüttern. Sie hatten ständig Hunger und wurden von der Wassersuppe nicht satt. Hin und wieder musste mal ein Stück Fleisch her, aber stehlen kam nicht infrage! Plündern, brandschatzen und schänden ja, aber nicht arme Bauern ausrauben.

So traf es sich gut, dass der König auf seiner Reise in die Kaiserpfalz Goslar gerade in Seesen halt machte, als unsere Söldnertruppe ebenfalls dort lagerte. Schon bei Richard Löwenherz hatte man sehen können, wie einfach es war einen König festzusetzten und für ihn Lösegeld zu fordern, dann durfte das bei Otto erst recht kein Problem sein. Eine kurze Beratung mit den Sergeanten, ein aufmunterndes Nicken des nachbarlichen Geistlichen und schon ging es los. Nur die Trosshure maulte herum, aber sie konnte mit dem Versprechen beruhigt werden, dass der Hauptmann ihr etwas Schönes mitbringen würde.

König Otto residierte mit seinem Gefolge standesgemäß auf dem Dorfplatz. Zelte waren errichtet worden, die Wachen blickten aufmerksam um sich und der Pöbel prügelte sich um die Münzen, die der hohe Herr ihnen zuwarf. Plötzlich ging ein Aufschrei durch die Menge: "Feind in Sicht!" Noch ehe die Wachen des Königs richtig wach geworden waren, hatten die Groner bereits das Lager überfallen. Ein harter Kampf folgte und sie mussten immer wieder die königlichen Wachen in ihre Schranken verweisen, bis die sich endlich der erdrückenden Übermacht geschlagen gaben und der König gefangen war.

Nun folgte eine Zeit zäher Verhandlungen, bis beide Seiten sich auf ein Lösegeld geeinigt hatten und die Söldnerschar wieder abzog. Doch da fiel dem Hauptmann noch etwas ein, hatte er nicht versprochen, der Trosshure "etwas Schönes" mitzubringen? Geld hatte er nicht übrig, der König hatte auch nichts mehr also war guter Tat teuer. Da fiel sein Blick auf zwei der Wachleute. Ja, das wäre das Richtige! Die Wahl war schnell getroffen und schon wurde ein großer stattlicher junger Mann davon geführt.

Die Trosshure war über das Geschenk sehr erfreut und wollte es gleich mit in ihr Zelt nehmen, doch da erschien das Unheil auf dem Platze in Form von des Königs Tochter. Auch sie erhob Anspruch auf den Recken, der sich inzwischen bei der Trosshure recht wohl zu fühlen schien.

Er versuchte der Prinzessin klarzumachen, dass er ja noch nicht einmal mit der Trosshure im Zelt gewesen war, doch die Königstochter zeterte so laut, dass dem Hauptmann der Geduldsfaden riss. Er jagte sie und den jungen Wachtmann kurzerhand aus dem Lager und kümmerte sich wieder höchstpersönlich um die Trosshure.

Damit war die Trosshure aber gar nicht zufrieden, sie wollte "etwas Schönes" und da genügte ihr der Hauptann nicht. Der war gerade noch froh gewesen, die zeternde Königstochter los zu sein und hatte jetzt schon wieder die Probleme mit der unzufriedenen Trosshure am Hals, eigentlich konnte er seinen Leuten leidtun, aber die amüsierten sich königlich. Der Hauptmann zog sich erst einmal aus der Affäre, indem er mit seinem Leibwächter einen Marktrundgang machte.

Dabei fiel ihm der Stand einer Wikingersippe ins Auge, die wunderschöne Glasperlen feilboten. Ob so ein bischen Tand die Trosshure wohl ruhig stellen würde? Eigentlich liebte sie ja jeglichen Schmuck, da müsste sie an diesem doch auch Gefallen finden. Er trat näher und wurde sogleich von der freundlichen Perlenmacherin angesprochen. Sie zeigte ihm alle schönen Schmuckstücke und bald darauf wurden sie auch handelseinig, so dass der Hauptmann mit einem Beutel voller bunter Perlen zurück ins Lager gehen konnte.

Der Hauptmann hatte auf die Wikinger einen recht guten Eindruck gemacht. Ein Mann, der einen eigenen Leibwächter und noch dazu eine Trosshure besaß, musste in ihren Augen schon recht einflussreich sein. Vielleicht konnten sie mir seiner Hilfe noch bessere Geschäfte machen. Sie überlegten nicht lange und schlugen den Hauptmann vor gemeinsame Sache zu machen. Der Hauptmann war von dieser Idee ganz angetan, denn der Jarl konnte nicht nur trefflich ein Schwert führen, sondern war auch noch sehr begabt im Möbelbau. Vielleicht würde der ihm als Zeichen der Allianz sogar einen richtigen Reisestuhl bauen, einen Stuhl, auf dem er richtig repräsentieren konnte, fast so wie der König? Der Wikinger kratzte sich den Kopf, überlegte eine Weile, murmelte ein paar Zahlen vor sich hin und willigte schließlich ein.

Neben der Wikingersippe wollte sich auch eine Sattlerin dem Tross anschließen, allerdings war der Hauptmann damit anfangs gar nicht glücklich, denn die Gute hatte Ziegen dabei. Ziegen, so meinte der Hauptmann, hätte er bereits genug im Lager, die wären zwar alle nur zweibeinig, würden aber mindestens genau so viel meckern. Außerdem, so behauptete er, würden sie stinken!. Die erboste Lederschmiedin wies ihn an, doch erst mal an sich selbst zu riechen, bevor er andere schlecht mache und nach einer ausführlichen Geruchsprobe duldete der Hauptmann auch sie mit ihrem Anhang.

Ein Armbrustbauer hatte schon seit langem um den Schutz der Gruppe gefleht und wurde kurzerhand auch noch mitgenommen, so das sich die kleine Söldnergruppe mitlerweile zu einem recht ansehnlichen Tross entwickelt hatte. Nun zogen also mit ein Zinngießer, ein Schneider, eine Beutelmacherin, eine Lederschmiedin, ein Armbrustbauer, eine Wikingersippe und nicht zu vergessen eine Küchenfrau mit ihren Kindern, dazu etliche gestandene Mannsbilder, die Waffen führen durften. Mit so einer Macht konnte man schon Eindruck machen und würde von keinem mehr untergebuttert.

Genau diesen Eindruck hatte auch Bischof Hermann von Buxdhövden, der sich nach einem nicht ganz erfolgreichen Feldzug in Estland und einem verlorenen Gefecht auf dem Peipussee auf dem strategischen Rückzug befand. Er benötigte dringend weitere schlagkräftige Mitstreiter und hatte die Groner Kriegsknappen ins Auge gefasst. Es kam zu einem Treffen zwischen ihm und dem Hauptmann, dass für beide Seiten mit einer riesigen Überraschung begann.

Das Zusammentreffen zwischen dem Hauptmann und dem Bischof stand unter keinem guten Stern. Beide Männer waren empört, als sie sich erstmalig von Angesicht zu Angesicht gegenüber standen. Diese Ähnlichkeit! Dieselbe Nase, derselbe Blick, dieselbe Gröβe, alles identisch. Sie umkreisten sich wie zwei rivalisierende Hunde jeder bereit, sein Territorium mit allen Mitteln zu verteidigen.

Als erster ergriff der Bischof das Wort: "Was erlaubt er sich, mit meinem Gesicht herumzulaufen", fuhr er den Hauptmann unwirsch an. Der war aber auch nicht auf den Mund gefallen und antwortete überheblich: "Ihr meint wohl mit meinem Gesicht!" Ein erregtes Hin und Her begann, wer denn nun das grundlegende Recht an diesem Gesicht habe bis der Wiki einwarf: "Odin sagt, besser zwei gleiche Gesichter als gar keinen Verstand!"

Das gab den beiden Hitzköpfen zu denken und sie begannen endlich, sich über den Zweck des Besuches zu unterhalten. Der Bischof verlangte Schutz und Begleitung auf seinen Reisen, dafür wollte er den Hauptmann segnen und in seine Gebete einschließen. Das allerdings war für den Hauptmann längst nicht genug, er verlangte einen Ablaßbrief für alle bereits begangenen und zukünftigen Sünden für sich und seine Leute, nur dann wäre er bereit, überhaupt einen einzigen Schritt mit dem Bischof zu gehen.

Da sich der Bischof in einer ernsten Notlage befand, willigte er zähneknirschend ein. Der Hauptmann gewährte ihm sogar großmütig Unterschlupf in seinem Zelt, vorausgesetzt, der Bischof würde nicht schnarchen und somit seine Nachtruhe stören. Der Bischof behauptete zwar, sein Schlaf wäre völlig lautlos, dennoch seit diesem Zeitpunkt schliefen die beiden abwechselnd im Zelt des Hauptmanns, das hatte auch den Vorteil, dass sie sich seither nicht wieder in die Augen sehen mussten.



Fortsetzung folgt, vielleicht, vielleicht auch nicht, oder doch ??????